ISDN: Wie läuft ein ISDN-Anruf ab?

Ablauf von einem ISDN-Anruf: Ein rufender Teilnehmer (A) versucht, eine Verbindung zu einem zweiten Teilnehmer (B) herzustellen. Der Ablauf ist vereinfacht wie folgt:

  • Setup: die gewählte MSN wird an einem S0-Bus signalisiert und ein Gerät muss darauf durch Bestätigungen (ACK) reagieren.
  • Connect: es wird eine virtuelle Verbindung zwischen den Geräten von A und B hergestellt.
  • Transmission: über die Verbindung werden Sprache/Daten/Fax übertragen.
  • Hangup: eine der Parteien signalisiert durch Auflegen das Ende der Verbindung
  • Release: die Verbindung wird abgebaut und freigegeben.
  • Rufumleitung (Anrufweiterschaltung)

Die typischen Weiterschaltungen beim ISDN-Anruf:

  • …sofort (der Ruf wird bei Eingang unmittelbar ohne Signalisierung am ursprünglich adressierten Endgerät weitergeleitet)
  • …verzögert (es klingelt zunächst das eigentlich angerufene Endgerät, nach 20 s wird die Weiterleitung initiiert, wenn das Gespräch nicht angenommen wurde)
  • …bei besetzt (die Rufumleitung erfolgt nur, wenn die angerufene Nummer besetzt ist)

Anrufweiterschaltungen können erfolgen

  • im Amt (dann kommen Rufe nicht erst zur Tk-Anlage oder dem Telefon des Kunden durch)
  • in einer Tk-Anlage am Amtsanschluß (dann wird bei einer Rufumleitung nach extern der zweite B-Kanal für den abgehenden Umleitungsruf verwendet)
  • in einem Telefon am Amtsanschluß oder an einer Tk-Anlage (dann wird der zweite B-Kanal für den abgehenden Ruf verwendet

Bei Anrufweiterschaltungen im Amt wird beim Angerufenen die Nummer des ursprünglichen Anrufers angezeigt. Bei Anrufweiterschaltungen auf Kundenseite (in der Tk-Anlage oder in einem Telefon) wird beim Anrufer eine Festnetznummer des abgehenden Amtsanschlusses angezeigt. Wäre dies nicht so, könnte eine Tk-Anlage beliebige abgehende Rufnummern signalisieren, wenn sie entsprechend konfiguriert wäre.

Vorteile von ISDN gegenüber Analoganschlüssen

ISDN bietet mehr Leistungsmerkmale als herkömmliche Analoganschlüsse. Durch die Signalisierung im separaten D-Kanal sind Rufaufbau und -abbau definiert von ISDN-Endgeräten und Tk-Anlagen erkennbar. Bei analogen Anschlüssen muss mit der Erkennung von Tonsequenzen gearbeitet werden, um Gleiches zu erreichen.

Die Verwendung von MSN und insbesondere mehreren MSN an einem einzigen ISDN-Bus erlaubt eine flexiblere Verwendung von Endgeräten und ihrer Zuordnung zu eingehenden Rufen.

Die Kosten für einen ISDN-Anschluss sind in Deutschland typischweise niedriger als für zwei analoge Anschlüsse. Benötigt jemand also zwei oder mehr Kanäle, ist sicher im Festnetzbereich ISDN das Mittel der Wahl. Alternativ wird zunehmend VoIP eingesetzt, sodass heute i.a. ein analoger Anschluß als „Grundversorgung“ ausreicht und im Prinzip Gespräche generell per VoIP geführt werden. Mit der Umstellung auf All-IP 2018 laufen ISDN- und analoge Technologien zunehmend aus.

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