Von klassischen Telefonleitungen hin zum SIP-Trunk – wie der SIP-Anlagenanschluss funktioniert

Das gute alte Telefonnetz hat langsam, aber sicher ausgedient. Ob Analog-Leitungen, ISDN-BRI, E1 oder T1: Das klassische PSTN-Netz wird in immer schnelleren Schritten von weitaus moderneren und flexibleren SIP-Trunks abgelöst.

Große Telefonanbieter versuchen daher zunehmend und mit Nachdruck, Kunden zum Umstieg auf die IP-Telefonie zu bewegen. Durch die nicht aufzuhaltende Umstellung sind eher früher als später ein SIP-Anlagenanschluss (SIP-Trunk) und eine moderne Telefonanlage unvermeidlich.

Der US-Telekomanbieter Verizon hat ISDN-Basisanschlüsse bis Ende 2018 nicht mehr anbieten. In Großbritannien wiederum sind von ehemals 4,7 Millionen ISDN-Leitungen im Jahr 2007 aktuell nur noch 3,3 Millionen übrig – und ihre Anzahl schrumpft zunehmend. Und europäischen Telko-Größen wie BT, KPN, France Télécom, Deutsche Telekom und Telecom Italia werden ab dem Jahr 2017 keine ISDN-Leitungen mehr im Portfolio haben.

Zur Folge wird das Session Initiation Protocol (SIP) um 62 Prozent im Vergleich zu 2015 steigen, hauptsächlich in Nordamerika. Diese Anleitung soll erläutern was SIP Trunks sind, ihre Vorteile und wie Sie auf diese Technologie umsteigen können.

Was sind SIP-Trunks?

Bei SIP-Trunks handelt es sich um Amtsleitungen, die mit Hilfe des Standardprotokolls SIP (Session Initiation Protocol) per IP-Verbindung (Internet Protocol) bereitgestellt werden. Anbieter von Telefoniediensten (VoIP, Voice-over-IP) verbinden auf der Grundlage von SIP einen oder mehrere Sprachkanäle mit der Telefonanlage ihrer Kunden. Ruf- und Durchwahlnummern sind dem SIP-Trunk zugeordnet. Auch eine Mitnahme von bisherigen Rufnummern (Portierung) wird vielfach unterstützt.

Vorteile von SIP-Trunks

Unternehmen können vom Ende des klassischen, veralteten Telefonnetzes nur profitieren. Weitaus modernere SIP-Trunks bieten folgende Vorteile:

  • Niedrigere monatliche Leitungsgebühren – Die Nutzung mehrerer Geschäftsleitungen und Durchwahlnummern wird bedeutend kostengünstiger.
  • Niedrigere Gesprächsgebühren – Die große Auswahl an Anbietern von SIP-Trunks und der daraus resultierende Wettbewerbsdruck haben zu einem hohen Preisverfall bei den Gesprächsgebühren geführt. In einigen Fällen werden von Providern sogar Flatrates angeboten.
  • Besserer Kundenservice – Ermöglichen Sie es Ihren Kunden, Sie unter zusätzlichen geographischen (lokalen) und internationalen Rufnummern zu erreichen. Entsprechende Nummern werden einfach Ihrem SIP-Trunk hinzugefügt und Ihrer IP-Telefonanlage zugeordnet. Durch geographische Rufnummern werden Gespräche für Kunden günstiger. Die Hemmschwelle, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen, sinkt – und Ihr Umsatz steigt.
  • Kein Rufnummernwechsel bei Umzug – SIP-Trunks sind nicht ortsgebunden. Sollten Sie Ihren Unternehmensstandort verlagern, bleiben Ihre Rufnummern unverändert. Kunden können Sie weiterhin wie gewohnt erreichen. Gespräche müssen nicht aufwendig und kostenpflichtig durch Telefonanbieter umgeleitet werden.
  • Verzicht auf VoIP-Gateways – Für die IP-Telefonie unter Umständen zusätzlich benötigte VoIP-Gateways sind nicht länger erforderlich. Alle Anrufe gehen IP-gestützt ein. In vielen Fällen wird zudem die Gesprächsqualität verbessert, da keine Konvertierung von analogen und digitalen Leitungen mehr notwendig ist.
  • Einsatz moderner IP-Telefonanlagen – Aktuelle IP-TK-Systeme/Unified-Communications-Lösungen fördern Produktivität, Mobilität und Umsatz. Sie lassen sich bedeutend einfacher an SIP-Trunks als an das klassische Telefonnetz anbinden.
  • Höhere Flexibilität – Bei einem wachsenden Gesprächsaufkommen können SIP-Trunks oft im Handumdrehen neue Sprachkanäle hinzugefügt werden. Klassische Telefonanlagen hingegen unterstützen weitere, aufwendig zu installierende Leitungen nur nach einem zusätzlich erforderlichen Hardware-Upgrade.
  • Sprachkanäle ganz nach Bedarf – Statt gleich 15 oder gar 30 Leitungen wie bei ISDN/T1 wählen zu müssen, können Sie sich mit SIP-Trunks für die genaue Anzahl an Kanälen entscheiden, die Sie tatsächlich benötigen. Teure Überkapazitäten lassen sich vermeiden.

Wie Sie einen passenden SIP-Trunk-Anbieter finden

Der nächste Schritt ist die Auswahl eines Anbieters von SIP-Trunks sollten Sie folgende Gesichtspunkte berücksichtigen:

  • Sicherheit – SIP-Trunks sind über das Internet erreichbar, daher muss das Anbieternetz zuverlässig geschützt sein. Mit Sicherheitsmaßnahmen wie einer kontinuierlichen Überwachung haben Provider dafür Sorge zu tragen, dass ein Missbrauch von SIP-Trunks samt Gebührenbetrug nicht möglich ist.
  • Direktvertrieb – Verfügt der Anbieter über ein eigenes Netz oder wird der SIP-Trunk nur von einem Wiederverkäufer vertrieben? Entscheiden Sie sich für einen Provider mit eigener Infrastruktur und eigenen Diensten, die unter seiner direkten Kontrolle stehen.
  • Preis-Leistungsverhältnis – Gebühren können sich von Provider zu Provider bedeutend unterscheiden, auch abhängig von der beabsichtigten Nutzung des SIP-Trunks. Beispielsweise Callshops, denen oft vorteilhafte Gebühren gewährt werden, müssen sich mit einer geringeren Sprachqualität zufrieden geben. Vergleichen Sie verschiedene Angebote, und bedenken Sie, dass Qualität ihren Preis hat.
  • Portierung von Rufnummern – Lassen Sie sich von SIP-Trunk-Anbietern bestätigen, dass bestehende Rufnummern vollständig portiert werden können. Je nach Provider und Land ist dies nicht immer möglich.

Eigene Internet-Leitung für höhere Sprachqualität

Nachdem Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, sollten Sie für Ihren SIP-Trunk eine eigene Internet-Leitung vorsehen. Die entstehenden Kosten sind vielerorts vergleichsweise niedrig. Zudem kommt hinzu, dass die meisten Firewalls für mehrere gleichzeitige WAN-Verbindungen gerüstet sind. Für VoIP reservierte Leitungen bieten beste Voraussetzungen für erstklassige Sprachqualität. Einige SIP-Trunk-Provider haben daher entsprechende Kombipakete bereits im Angebot.

Vor allem Ihre Netzwerkinfrastruktur und die erforderlichen Investitionen entscheiden darüber, ob sich die Trennung von Sprach- und Datenverkehr in Ihrem Unternehmen realisieren lässt. Stellen Sie auch sicher, dass Ihre Firewall auf dem neuesten Stand ist und VoIP-Traffic korrekt verarbeiten kann.

Upgrade von einer PBX auf eine IP-PBX

Klassische Telefonleitungen sind häufig mit klassischen Telefonanlagen verbunden. Vielfach teure, traditionelle TK-Systeme lassen sich jedoch weder einfach noch flexibel erweitern und verwalten. Vom technischen Standpunkt her gesehen kann eine veraltete Anlage mit Hilfe eines eigenen Gateways fit für SIP-Trunks gemacht werden. Ist die Entscheidung für einen SIP-Trunk gefallen, sollte jedoch auch eine moderne IP-Telefonanlage angeschafft werden. Denn nur so lassen sich alle modernen Funktionen und sonstigen Vorteile der IP-Telefonie nutzen, wie Kosteneinsparungen, höhere Produktivität und Umsatzsteigerungen. Nähere Informationen hierzu finden Sie hier. IP-Telefonanlagen sind als Hosted Service, Appliance oder Software-Lösungen erhältlich.

 

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