Frage an die Profis hier

anonymous

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14. Januar 2008
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Hallo,

ich bin vor kurzem hier über das Forum gestolpert und bin ganz begeistert von den Möglichkeiten der Software 3CX.

Mein erster Post hier und ich hab gleich eine ganz dicke Frage und ich hoffe Ihr könnt mir hier ein bisschen bei der beantwortung helfen.

Folgende Sachlage, ein Kunde von mir betreibt ein 55 Betten Hotel mit derzeit einer Telefonanlage von Siemens. Diese ist per Fritzbox ans Voip Netz (1&1) angeschlossen und außerdem bestehen 2 ISDN Anlagenanschlüsse mit insgesamt 4 Leitungen und einem Rufnummernblock von 1-99. So und weil es noch nicht kompliziert genung ist, ist das ganze nicht in einem Haus sondern in dreien. Früher waren die Häueser untereinander mit einer Standleitung verbunden, da aber Sichtverbindung besteht ist seitens Siemens eine WLAN Brücke aufgebaut worden. Ich hoffe ich habe das einigermassen verständlich rübergebracht.

So nun zum Kern. Da sich nächstes Jahr die Möglichkeit bietet die immerhin schon fast 8 Jahre alte Anlage endlich zu ersetzen und ein stabieles System zu integrieren (momentan läuft es mehr schlecht als recht), dachte ich mir ich könnte ja mal 3CX anbieten. Der Kunde will eh alle Telefone zurückgeben (Leasingvertrag) und dann auf IP Telefone von Cisco setzten (Stichwort mehr Komfort im Hotelzimmer und für die Mitarbeiter). Außerdem könnte man dann Internetzugang in den Zimmern realisieren und die dann vorhandene Cat 5 Verkabelung macht einen Flexibel noch mehr zu realisieren (IP Kamera, AP´s, usw.).

Meine grobe Planung sieht so aus:

Ein ISDN Zugang wird behalten als eine Art Fallback Versicherung und um den Rufnummernblock zu behalten.
Als Router kommt weiterhin die Fritzbox 7170 zum Einsatz, an diese ist weiterhin ein Analoges Faxgerät angeschlossen, nur für den Notfall
ISP und VOIP Provider bleibt 1&1
Als Telefonanlage dann 3CX mit Hotelmodul und allen damit verbunden Vorteilen (Telefon speeren, Schnittstelle zur Hotelverwaltung, usw...)
In die einzelnen Zimmer kommt dann je ein IP Telefon, die beiden Gästehäuser sind ja eh per WLAN bereits integriert.
Um Kosten für die Handyverbindungen zu mobilen Mitarbeitern zu reduzieren kommt ein GSM Gateway zum Einsatz
Desweiteren kommen in den Büros Softphones und PC FAX zum Einsatz, da hier eh immer ein PC in Betrieb ist.

Jetzt zu meiner Frage. Geht das überhaupt so ohne Probleme und vorallem sind die Nebenstellen in den Gästezimmern dann auch noch von aussen zu erreichen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit einen Zwischenschritt zu machen? Will heißen ersteinmal nur die Telefonanlage tauschen und gegen 3CX wechseln und die Zimmer Stück für Stück ans IP Netz zu hängen? (Stichwort Ausfallzeit und Umbaumassnahmen)

Für die Betreiber muss eine Anlage folgende Merkmale besitzen:

- kostengünstig, sowohl in der Beschaffung als auch im Unterhalt (Wartung und Telefonkosten). Eine Telefonanlage ist in Zeiten von Handys ein teuerer Luxus für Hotels womit kaum noch Geld zu machen ist.
- deshalb sollte man für den Internetzugang über das IP Telefon im Zimmer auch Gebühren erfassen können
- weitere Leistungen anbieten wie Weckruf, Alarm im Nottfall, Anrufbeantworter, Bitte Nicht Stören usw...
- die Anlage muß stabil laufen und einfach zu warten sein (wahrscheinlich werde ich das dann machen.
- Erreichbarkeit muß immer gegeben sein, nichts ist schlimmer wenn die Telefonanlage mal schlapp macht und nichts geht mehr.
- Einbindung der Hotelanwendung in die Telefonanlage

Von PC Hardwareseite sollte es keine Probleme geben, hier ist ein relativ performantes System im Einsatz, welches auch regelmässig mehrfach gesichtert wird um im Fall der Fälle ein Backup zu haben.

So jetzt hoffe ich ich habe keine Infos vergessen und Ihr könnt mich ein wenig in meiner Planung unterstützen ob sich das alles so realisieren lässt oder nicht. Und wenn nicht dann habt Ihr vielleicht ein paar anderen Ideen wie man sowas umsetzten kann. Achja, da ich das ganze ja dann auch erfolgreich präsentieren muß, wäre ich für ein paar Anregungen bzgl. weiterer Leistungsmerkmale dankbar, die man als kleines Schmankerl noch ansprechen kann, weshalb sich diese Lösung von anderen Absetzt oder was Ihr schon Telefontechnisch immer in einem Hotelzimmer vermisst habt.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Johannes Dormann
 
Hallo grundsätzlich sollte die Anlage realisierbar sein.

Was ich als problematisch sehe, ist die WLAN-Verbindung zwischen den Gebäuden. Hier sollte man intensiv testen, ob die Verbindung stabil und ohne große Latenz läuft. Große Latenzen sind eine häufige Ursache für ein als "schlecht" umpfundenes Gespräch, weil man sich immer wieder ins Wort fällt. Desweiteren muss man bedenken, dass die WLAN-Geschwindigkeit von 54g WLANs z.B. praktisch nicht erreicht werden und über die Entfernung stetig abnimmt. 10Mbit sollten mind. konstant ohne große Latenz erreicht werden um auch für mehrere Gespräche geeignet zu sein, besonders wenn hier noch Internet ins Spiel kommen soll.

Für den abrechnugsfähigen Internetzugang auf den Zimmern wird eine Hot-Spot Lösung benötigt, wie Sie in vielen professionellen Security Appliances angeboten werden. Hier ist eine "Telefonanwendung" nicht unbedingt notwendig, zumal sie selber erstellt werden müsste. Ich könnte mir hier aber auch eine halbautomatische Lösung vorstellen, wozu jedoch managed Switches notwendig wären.

Bis auf diese Punkte sollte auf den ersten Blick soweit alles möglich sein.
 
Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das klingt ja schonmal alles super.

Wegen der WLAN Verbindung mache ich mir momentan ehrlich gesagt am wenigsten Gedanken, da dieses System ja schon mit der Siemens Anlage läuft. Man darf sich auch nicht vorstellen das hier ständig telefoniert wird. Ich denke das wir hier hier von maximal 20-30 Telefonaten die Woche reden! (Wie gesagt im Hotel rechnet sich eine Telefonanlage meist nicht mehr). Deshalb war ja auch der Gedanke mit zusätzlichen Services (Internetzugang) Geld zu verdienen. Aber so langsam glaube ich auch das hier ein Zugang über WLAN sinnvoller ist als ein verkabelter Zugang im Zimmer.
Im Übrigen sind im ganzen Haus nur Managed bzw Smart Managed Switches im Einsatz!

Wie sieht es den mit dem Rufnummernblock aus? Die Zimmer sind also unter der Kopfnummer + Nebenstellennummer zu erreichen und übertragen diese Nummer dann auch so? Wobei es glaube ich sinnvoller wäre das die Nummer der Zentrale übertragen wird!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der bauliche Aufwand den man betreiben muß. Ich kenne mich zwar nicht so richtig aus, aber jedes der 55 Zimmer mit einem Netzwerkanschluß zu versehen und diese dann Etagenweise zu verbinden stelle ich mir schon sehr aufwendig vor!

Gedankenspiel. Wie wäre es wenn man in den Zimmern die vorhandenen Geräte beläßt und diese mittels Gateway mit 3CX einbindet. Kann ich dann alle Funktionen wie Sie zum Beispiel in der Hotelschnittstelle beschrieben werden nutzen (Bitte nicht stören, Check in, Check out, Minibar verbuchen, Telefon sperren,...)?

Wenn das nämlich eine Option wäre dann müßte man mit der Siemens verhandeln das zumindest die analogen Telefone nach ablauf des Leasingvertrages behalten werden dürfen!

Ich denke das wäre vom Kosten nutzen dann die beste Methode, oder?

Vielen Dank

Johannes Dormann
 
Hallo,

das wäre eine Möglichkeit, die analogen Telefone über ein Gateway an die Anlage zu bringen. Die Telefone verhalten sich dann fast wie ganz normale Telefone. Manche Funktionstasten, wie z.B. DND sind dann meist nur über Zahlen-Zeichenkombinationen (*81#) möglich. Wenn die Siemenstelefone es jedoch anbieten, Tasten individuell zu belegen, könnte man das Problem auch schon wieder umgehen.

Eine interessante Alternative wären vielleicht sogar die neuen Grandstream GXV3140 SIP/Video Telefone, die zum einen einen Browser, Internetradio uvw. mitbringen und mit einem WLAN-Stick auch WLAN-tauglich gemacht werden können.
 
Ich habe natürlich keine Ahnung wie Dein Geschäft aussieht, aber ich würde Dir dringend empfehlen, vor Installation ein paar Erfahrungen mit dem System zu machen.
Auch ich bin von dem System begeistert, aber habe zu Anfang die Erfahrung gemacht das es durchaus Unterschiede gibt, was in der Beschreibung steht, wie man das selbst versteht und wie die Lösung dann tatsächlich aussieht.
Gerade wenn Telefonie nicht das Kerngeschäft ist, erwarten Kunden bei einer solchen Lösung Service und Qualität, die dem bisherigen Standard entspricht.
Das bedeutet möglicherweise Intoleranz gegenüber kleineren Defiziten, die gegenüber einem reinen Telenonie - Lösungsanbieter überhaupt keine Rolle spielen würden.
 
Hallo,

unser Sales manager aus der DACH wird sich bei dir mal melden.
Dann könnt Ihr über alles weite ggf. mal sprechen.

Grüße
 
Hallo,

ich muß nochmal diesen Beitrag aus der Versenkung holen. Soweit habe ich mich jetzt hier mal mit den genannten Antworten beschäftigt und hab das dem Kunden auch mal so vorgestellt.

Allerdings kam die Frage auf, ob man auch einen Weckruf über die Telefone in den Zimmern programmieren kann??? Also praktisch über ein Sprachmenü und die Zifferntasten...?

Könnt ihr mir dazu was sagen?

Vielen Dank

BOSSJoe
 
Das sollte zum Funktionsumfang gehören, siehe https://www.3cx.com/hotel-PBX/hotel-phone-system/
 
@bossjoe wrote:(Wie gesagt im Hotel rechnet sich eine Telefonanlage meist nicht mehr). Deshalb war ja auch der Gedanke mit zusätzlichen Services (Internetzugang) Geld zu verdienen. Aber so langsam glaube ich auch das hier ein Zugang über WLAN sinnvoller ist als ein verkabelter Zugang im Zimmer.

... bin zwar kein Profi bzgl. 3CX aber zu oben ...

.... wenn LAN-Verkabelung nicht möglich oder finanziell zu aufwendig, vielleicht sind DSLAM mit ADSL-Modems die Lösung. Hier nur Ansätze dazu: http://www.zyxel.de/web/product_family_detail.php?PC1indexflag=20040812100619&CategoryGroupNo=F125CA9C-B65F-4B9C-8C10-1EF6E8E96C56

... wir verwenden diese Techniken z.B. über vorhandene Telefonverkabelung. Hier noch mal ein anderer Partnerlink: http://www.netopsie.de/

... beide Hersteller bieten den Betreibern abrechenbare Zugänge mit Password über Ticketprinter und auch eine gesetzliche Datenvorratsspeicherung. Einfach WLAN und Password rausgeben, halte ich für zu gewagt.

Wir haben das allerdings noch nicht mit VOIP-Telefonie auf den Gästezimmern eingesetzt.
 

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